Man kann viele Dinge beim Fotografieren beachten, um tolle Fotos mit dem Smartphone zu schießen. Und häufig sorgt die Software dafür, dass auch Bilder in schlechten Lichtverhältnissen noch ganz ansehnlich werden. Trotzdem kommt es vor, dass Bilder nicht so werden, wie man sich das vorstellt. Und nicht immer kann man alle Tipps in jeder Situation umsetzen.

Beispielsweise ist man manchmal auf einen bestimmten Standort festgelegt. Wenn man am Wasser steht, kann man seinen Standort nur begrenzt verändern. Denn die Wenigsten von uns sind in der Lage über das Wasser zu gehen. So ist es in diesem Fall auch nicht möglich, dem Sonnenlicht auszuweichen, dass direkt in die Linse fällt.

Eisbrecher sehr dunkles Bild

So ist dieses Foto entstanden. Dies war der einzige Blickwinkel, aus dem ich die Eisbrecherflotte in Helsinki aufs Bild bekommen habe. Und eigentlich ist das Bild in dieser Form unbrauchbar. Die Konturen der Schiffsrümpfe sind kaum zu erkennen, das gesamte Bild ist zu dunkel und viel zu kontrastarm.

Würde es sich um ein RAW-Foto aus einer Kamera handeln, so ließe sich beim Bearbeiten sicherlich relativ einfach noch einiges aus dem Bild herausholen lassen.

Leider handelt es sich um einen Smartphone-Schnappschuss im JPEG-Format. Doch auch hier lässt sich nachträglich noch einiges an der Bildqualität verbessern.

Schritt 1: Mit Helligkeit, Kontrast und Sättigung einzelne Elemente betonen

Wer seine Bilder in Google Fotos verwaltet, der sollte sich die Bearbeitungsoptionen der App anschauen. Über mehrere Schieberegler lassen sich bestimmte Faktoren ganz einfach beeinflussen. Beispielsweise die Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung. Richtige Bildbearbeitungsprogramme bieten diese Option sowieso. Am Computer kann man beispielsweise das kostenlose Programm GIMP verwenden um Farben und Kontrast von JPEGs zu bearbeiten. Aber auch jedes andere Bildbearbeitungsprogramm bietet diese Möglichkeiten.

Beim Verschieben der Regler wird die Veränderung im Bild direkt sichtbar. So kann man experimentieren, bis man das bestmögliche Ergebnis erzielt hat. Ganz einfach durch ausprobieren und ohne, dass man sich intensiv mit einem komplexen Bildbearbeitungsprogramm auseinandersetzen muss. Und für viele Fälle ist die einfache Möglichkeit zur Bildverbesserung mit Google Fotos völlig ausreichend, sodass man gar keine weiteren Schritte unternehmen muss.

Durch das Erhöhen des Kontrasts und der Helligkeit werden bei diesem Foto die Schiffsrümpfe besser sichtbar und heben sich vom Hintergrund ab. Der Preis dafür ist, dass der Himmel und das Wasser zu einer einheitlichen hellen Masse verschwimmen.

Auf diese Weise erstellt man nun mehrere Bilder. Jedes Bild ist auf ein bestimmtes Element optimiert. Beispielsweise auf gute Sichtbarkeit der Schiffe oder auf den Himmel. Andere Elemente ignoriert man.

Unterschiedliche Versionen desselben Bildes

Um die gut sichtbaren Elemente der beiden Varianten zu kombinieren, werden die beiden Bilder im nächsten Schritt kombiniert. In Schritt 1 werden also mehrere Bilder erstellt und gespeichert, auf denen jeweils andere Elemente des Bildes gut sichtbar und schön dargestellt sind.

Schritt 2: Mehrere Bilder zu einem HDR-Foto kombinieren

Nun liegen also mehrere Bilder vor. Für sich genommen ist keines davon schön. Jedoch sind auf jedem der Bilder andere Bildelemente brauchbar und andere wiederum nicht.

Diese Bilder kann man nun zu einem HDR-Foto kombinieren, also quasi übereinander legen. So wird von jedem Bild der beste Teil verwendet. Ein Bild sorgt dafür, dass die Schiffsrümpfe und Aufbauten gut sichtbar sind. Ein anderes Bild sorgt für brauchbares Wasser und Himmel. Zusammen ergibt sich ein neues Bild, das sich durchaus sehen lassen kann.

Um eine Reihe von Bildern mit unterschiedlichen Belichtungen zusammenzufügen, verwende ich das Computerprogramm Franzis HDR projects 4.

Ein echtes Wunder darf man natürlich nicht erwarten. Aus einem schlechten Bild wird nie ein hervorragendes Bild werden. Noch dazu, wenn es nur im JPEG-Format vorliegt. Trotzdem kann auch aus einem schlechten JPEG-Bild ein durchaus ansehnliches Foto werden. Der Preis dafür ist, dass man relativ viel Zeit in die Bearbeitung investieren muss. Aber manche Erinnerungen sind es Wert.

Mehrere Bilder zu HDR-Bild kombiniert

Schritt 2 Alternative: Doppelbelichtung mit der App Snapseed auf dem Tablet oder Smartphone

Wer kein HDR-Bildbearbeitungsprogramm hat, der kann mit der kostenlosen App „Snapseed“ mehrere Bilder übereinander legen. Eventuell ist hier jedoch noch etwas mehr Handarbeit nötig. Snapseed ist ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm von Google, das sowohl für Android als auch für iOSverfügbar ist.

HDR-Bilder gelten oft als zu poppig und zu farbig. Grundsätzlich stimme ich zu, in diesem Fall sorgt der Effekt jedoch, meiner Meinung nach, dafür, dass aus einem völlig farblosen Bild ein normales Bild wird.

Legt man einfach mehrere Bilder mit Snapseed übereinander, dann fehlt dieser Effekt. Aber vielleicht ist auch gerade das gewünscht. Und im Zweifel lassen sich die Farben nachträglich immer noch bearbeiten.

  • Im ersten Schritt öffnet man das hellste Bild in Snapseed.
  • Anschließend tippt man in der unteren Leiste auf „Tools“ und wählt dann „Doppelbelichtung“.
  • Über den Button „Bild öffnen“ öffnet man zusätzlich das dunkelste Bild, welches nun über das helle Bild gelegt wird.
  • Snapseed wählt für das zweite Bild automatisch eine Transparenz von 50% aus, sodass das dunkle Bild das helle Bild nicht einfach überdeckt.
  • Tippt man auf „Transparenz“, so erscheint ein Schieberegler, mit welchem man einstellen kann, wie stark das untere Bild durchscheint. Hier muss man ein bisschen probieren, bis man das beste Ergebnis erzielt hat.
Doppelbelichtung mit Snapseed auf dem iPad

Es ist auch möglich, Bereiche festzulegen, für die der Doppelbelichtungseffekt gelten soll. So kann man beispielsweise den Bereich mit den Schiffen und das Wasser aus dem Originalbild verwenden, den Himmel aber aus einem anderen Bild verwenden.

  • Hierzu geht man wieder vor, wie oben beschrieben und schließt den Schritt mit dem Haken unten rechts ab.
  • Anschließend tippt man den Button zum Rückgängig-machen im oberen Bildschirmteil an.
  • Hier wählt man „Änderungen ansehen“ und dann „Doppelbelichtung“.
  • Über das Pinsel-Symbol kann man den Effekt für bestimmte Bereiche entfernen oder reduzieren.
  • Hierzu markiert man die gewünschten Bereiche.
  • Dann wählt man über die beiden Pfeile „Verkleinern“ und „Vergrößern“ aus, wie stark der Doppelbelichtungseffekt im ausgewählten Bereich wirken soll.

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