Eigentlich wollte ich etwas über die „hängenden Gärten von Stuttgart“ schreiben. Das schien mir dann aber doch etwas zu hoch gegriffen. Auch wenn die Bezeichnung, aus einer rein technischen Perspektive, durchaus korrekt wäre.

Wenn die Stadt Stuttgart in letzter Zeit in den Nachrichten auftauchte, dann häufig wegen schlechter Luftqualität in der Innenstadt. Um diese wieder zu verbessern hat die Stadt eine Reihe von Maßnahmen und Experimenten gestartet. So sollen unter anderem mehr Grünflächen geschaffen werden.

Doch gerade dort wo die Stadt dicht bebaut ist und kein Raum für Grünflächen existiert, dort ist die Luftqualität schlecht. Was kann man also machen, wenn man in dicht bebautem Gebiet Grünflächen schaffen will? Richtig. Man schafft vertikale Grünflächen, indem man Fassaden bepflanzt.

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So weit, so bekannt. Spannend fand ich jedoch, dass es hierbei nicht darum geht Efeu wachsen zu lassen, sondern es sollen auch Bäume an der Fassade wachsen. Und zwar waagerecht. Als ich hiervon in der Zeitung las, fand ich die Idee so spannend, dass ich mich entschlossen habe, einmal den vertikalen Garten am Treffpunkt Rotebühlplatz in Stuttgart anzuschauen.

Das Konzept der horizontal wachsenden Bäume kommt vom Hohenheimer Startup Visoverdis. Das Unternehmen beschäftigt sich damit, wie Großstädte ökologischer, sauberer und gesünder gemacht werden können. Dazu beschäftigt man sich unter anderem mit vertical gardening und hierfür ein Produkt namens GraviPlant entwickelt und patentieren lassen, womit sich horizontal wachsende Bäume pflanzen lassen.

Pflanzt man einen Baum an einer Wand, dann wird der Baum mit der Zeit zwangsläufig nach Oben, Richtung Sonne wachsen. Damit die Bäume horizontal wachsen, rotieren sie fortlaufend. So verändert sich für die Pflanzen laufend Schwerkraft- und Lichtwahrnehmung. Anstatt nach Oben wachsen die Bäume nun horizontal.

Die Installation befand sich bis März 2020 auf dem Campus der Uni Hohenheim, und wurde nun in die Stuttgarter Stadtmitte verlegt. Ich bin gespannt wie sich das Projekt entwickelt, wenn die Bäume weiter wachsen.

Zu einer Oase und einem Ort der Erholung wird der Rotebühlplatz durch den gerade einmal 3,5 x 8,5 Meter großen hängenden Garten noch nicht. Aber wer in dieser Ecke unterwegs ist, sollte einmal einen Blick auf die Installation werfen. Denn horizontal wachsende Bäume sind doch ein ungewöhnlicher Anblick.

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