Vor einem Dresden-Besuch habe ich, wie man das eben so macht, die Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt im Internet recherchiert. Letztendlich waren alle Listen mehr oder weniger identisch. Und alle führten eine Liste bekannter Museen und Gebäude auf. Frauenkirche, Residenzschloss, Fürstenzug, Semperoper, Zwinger, Grünes Gewölbe etc.

Und ohne jeden Zweifel handelt es sich dabei auch um die Top-Sehenswürdigkeiten von Dresden. Doch von all diesen Orten habe ich bereits dutzende Fotos oder Filmbeiträge gesehen.

Daher waren es eher andere Orte und Erlebnisse, die mich in Dresden fasziniert und beeindruckt haben. Orte, von denen ich bisher weder gehört noch Fotos gesehen habe. Diese findest du in diesem Blogbeitrag.

Nach diesem Besuch kann ich sagen, dass Dresden für mich eine der schönsten Städte Deutschlands ist und das sind meine Top Sehenswürdigkeiten in Dresden, die nicht auf jeder Top 10 Liste stehen.

Karte meiner Top-Sehenswürdigkeiten in Dresden

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Stadtspaziergang durch Dresden – Die Stadt als Gesamtkunstwerk

Als Sitz der Sächsischen Landesregierung ist Dresden das politische Zentrum Sachsens. Bekannt ist die Stadt aber eher als Kulturstadt, mit einer unglaublichen Vielzahl an beeindruckenden Gebäuden. Hierzu gehören natürlich die bekanntesten Gebäude wie Zwinger, Semperoper, Frauenkirche und Residenzschloss.

Doch die Dresdner Altstadt ist ein Gesamtkunstwerk, das man erst mit einem ausgedehnten Spaziergang wahrnimmt. Denn die Sehenswürdigkeiten beschränken sich nicht auf die bekannten Gebäude. Tatsächlich scheinen die beeindruckenden barocken Gebäude kein Ende zu nehmen. Und von einem Großteil der Gebäude wusste ich weder den Namen, noch wie diese genutzt werden.

Von verschiedenen Aussichtspunkten in der Altstadt hat man einen beeindruckenden Blick über die Elbe, auf dem die historischen Schaufelraddampfer und weitere historische Gebäude wie die Sächsische Staatskanzlei, das Lingnerschloss oder Schloss Albrechtsberg.

Zu Fuß entlang der Elbe – Lingnerschloss und Schloss Albrechtsberg

Im Gegensatz zu anderen Städten, die am Rand eines Flusses gebaut wurden, führt die Elbe mitten durch Dresden hindurch. Gesäumt von großen Wiesenflächen, die für Spaziergänge, Sonnenbaden oder ein Picknick genutzt werden, führt außerdem ein Rad-/Fußgängerweg an der Elbe entlang.

Dieser Weg bietet sich wunderbar für einen ausgedehnten Spaziergang an. Die Nähre zum Wasser wirkt auf mich immer entspannend. Obendrein hat man vom Elbufer einen tollen Blick über die Elbe.

Und da der Weg ohnehin daran vorbeiführt, sollte man unbedingt dem Lingnerschloss und Schloss Albrechtsberg, die für sich schon einen Ausflug wert sind. Für den etwas anstrengenden Aufstieg über viele Treppenstufen wird man zusätzlich mit einem grandiosen Blick auf Dresden belohnt.

Schloss Albrechtsberg ist mit seinen Terrassen am Elbufer schon von weitem sichtbar. Das Schloss selbst wird heute hauptsächlich für Veranstaltungen genutzt und kann nicht spontan von innen besichtigt werden. Ein Besuch lohnt sich aber auch, um das Schloss von außen, die Parkanlagen und die Terrassen zu besichtigen.

Lingnerschloss ist der umgangssprachliche Name der Villa Stockhausen. Benannt nach dem bekanntesten ehemaligen Eigentümer und Bewohner des Gebäudes, Karl August Lingner. Das Schloss wurde von den Luftangriffen 1945 verschont und ist eines der wenigen „alten“ Gebäude, die nicht wieder aufgebaut werden mussten. Neben Veranstaltungsräumen gibt es im Lingnerschloss auch ein Café.

Personenfähren über die Elbe

Über eine Vielzahl von Brücken kann man bequem vom einen auf das andere Elbufer wechseln. Zwischen den Stadtteilen Neustadt und Johannstadt gibt es außerdem noch eine kleine Fähre, mit der man den Fluss überqueren kann.

Betrieben wird die Fähre wird von den Dresdner Verkehrsbetrieben. Wenn man ohnehin ein Tagesticket für die Nutzung von Bussen und Straßenbahnen hat, kann man ohne Zusatzkosten auch die Fähre nutzen.

Die kurze Fährfahrt ist eine nette Abwechslung auf einem Spaziergang, auf der man den Blick auf die Stadt vom Wasser aus genießen kann.

Blaues Wunder

Das Ziel des Elbspaziergangs war das Blaue Wunder, der inoffizielle Name der Loschwitzer Brücke, die eine der Wahrzeichen Dresdens ist. Die aufwändige Stahlkonstruktion wurde im Jahr 1893 fertiggestellt.

Der Name Blaues Wunder kommt einerseits durch die hellblaue Farbe, mit der die Brücke angestrichen ist. Als Wunder wurde sie bezeichnet, weil sie als eine der ersten Brücken dieser Länge ohne zusätzliche Pfeiler im Fluss auskam.

Ich mag die Ästhetik der Metallbauweise aus dieser Zeit sehr, als man noch nicht schweißen konnte und es noch keinen Spannbeton gab.

Dresdner Bergbahnen – Schwebebahn und Standseilbahn

Ein besonderes Highlight sind für mich die Dresdner Bergbahnen. Bei den beiden um 1900 gebauten Bahnen handelt es sich um eine Schwebebahn und eine Standseilbahn.

Beide Bahnen sind Teil des Dresdner ÖPNV. Somit sind normale Bus- und Straßenbahntickets auch in den Bergbahnen gültig.

Die Fahrten dauern jeweils nur rund 5 Minuten. Dabei legt die Standseilbahn eine Strecke von 547 Metern zurück und überwindet einen Höhenunterschied von 95 Metern. Die Schwebebahn legt sogar nur 274 Meter zurück, überwindet auf der kurzen Strecke jedoch ganze 84 Meter Höhenunterschied. An der Bergstation der Schwebebahn befinden sich ein Aussichtsturm sowie eine Ausstellung über Technik und Geschichte der Bahn.

Da beide Bahnen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt sind, bietet es sich an, eine Fahrt mit der einen und die Rückfahrt mit der anderen Bahn zu machen.

Äußere Neustadt & Kunsthofpassage

Die Äußere Neustadt gilt als Szene- und Ausgehviertel. In dem relativ engen Gründerzeitviertel reihen sich Restaurants, Bars, Galerien und Modegeschäfte aneinander. Besonders sehenswert ist die Kunsthofpassage mit ihren ungewöhnlichen Gebäuden. Der verwinkelte Komplex beherbergt neben Cafés und kleinen Restaurants eine ganze Reihe von Kunsthandwerkerläden.

Gedenkstätte Bautzener Straße

Die Gedenkstätte Bautzner Straße ist ein Ort, der an die Opfer der politischen Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und DDR erinnert. Die Gedenkstätte befindet sich auf dem ehemaligen Areal der Bezirksverwaltung des MfS (Ministerium für Staatssicherheit), das meistens nur als Stasi bezeichnet wird.

Bei der Gedenkstätte handelt es sich um das einzige noch im Original erhaltene und für die Öffentlichkeit zugängliche Untersuchungshaftanstalt der Stasi.

Vor der Nutzung durch die Stasi wurde der Keller des Gebäudes als Haftkeller vom sowjetischen Geheimdienst genutzt. Im Rahmen der Dauerausstellung „Vom Dresdner Kellergefängnis ins Lager“ können die Kellerräume besichtigt werden.

Ich empfehle unbedingt den Audioguide zur Ausstellung auszuleihen. Hierfür haben ehemalige Häftlinge ihre Erinnerungen eingesprochen. Das Hören der Erzählungen von Zeitzeugen, während man durch die Kellerräume läuft, die mehr an einen Horrorfilm als ein Gefängnis erinnern, sorgen für nachhaltige Eindrücke.

Das Stasi-Untersuchungsgefängnis wirkt dagegen relativ modern und human. Dass die Stasi im Gegensatz zum sowjetischen Geheimdienst zwar subtiler, aber keineswegs humaner vorging, erfährt man im ausgeteilten Handout. Ein Audioguide für den Stasi-Teil gab es zum Zeitpunkt meines Besuchs leider noch nicht.

Die Welt der DDR

Neben diesem düsteren Kapitel der DDR-Vergangenheit, das die Gedenkstätte Bautzener Straße zeigt, gab es natürlich auch den weitaus weniger düsteren Alltag der Bevölkerung. Mehr über diesen Alltag erfährt man im DDR Museum.

Zur Zeit des Mauerfalls war ich zwar schon auf der Welt, allerdings war ich noch so jung, dass ich die DDR als real existierendes Land nie wahrgenommen habe. Daher finde ich ein Museum, dass sich mit dem Alltag in der DDR auseinandersetzt, sehr interessant.

Neben vielen Ausstellungsstücken zum Anschauen gibt es auch eine Vielzahl an Objekten zum Anfassen. So kann man beispielsweise in Schulbüchern blättern und lesen. Ich fand es besonders spannend, in alten Schulbüchern zum Thema Geschichte zu blättern. Insbesondere in den Kapiteln, die sich mit den USA und deren Verbündeten beschäftigen. So erfährt man hautnah, wie Indoktrination nicht nur damals funktionierte, sondern auch heute noch funktioniert. Denn die vermittelten Informationen waren nicht wirklich falsch. Jedoch wurde die Geschichte der USA extrem einseitig beschrieben. Während imperialistische Bestrebungen der USA ausführlich und drastisch beschrieben wurden, wurden positive Entwicklungen höchstens in Nebensätzen behandelt.

Der Fokus des Museums liegt jedoch auf Alltagsgegenständen wie Waschmaschinen, Staubsaugern oder Rasenmähern. Es gibt komplett eingerichtete Küchen und Wohnzimmer, sowie Alltagskleidung und Uniformen zum Anprobieren.

Garnisonkirche St. Martin

Eher zufällig kam ich an der Garnisonkirche St. Martinvorbei und blieb verwundert stehen. Denn die Kirche gleicht mehr einem verspielten Schloss als einer Kirche. Leider war die Kirche zum Zeitpunkt meines Besuchs geschlossen. Aber auch von außen ist die Garnisonskirche äußerst sehenswert.

Botanischer Garten

Ich bin grundsätzlich ein Fan von botanischen Gärten, auch wenn ich mich nicht im Detail für die einzelnen Pflanzen interessiere. Trotzdem lerne ich in jedem botanischen Garten etwas.

In Dresden beispielsweise, wie eine Pfefferpflanze und Pfefferschoten aussieht. Obwohl ich dieses Gewürz nahezu täglich nutze, habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht, wie die dazugehörige Pflanze eigentlich aussieht. Eine echte Bildungslücke, die der Besuch des botanischen Gartens in Dresden geschlossen hat.

Darüber hinaus sind botanische Gärten eigentlich immer wunderschöne und mit viel Liebe zum Detail gestaltete und gepflegte Oasen der Ruhe und Erholung inmitten von großen Städten. Dies trifft auch auf den botanischen Garten in Dresden zu.

Ein besonderes Highlight sind die fossilen Stümpfe von Mammutbäumen, die in den sächsischen Braunkohletagebauen gefunden wurden und teilweise mehrere Millionen Jahre alt sind.

Dresdner Parkeisenbahn

Die Dresdner Parkeisenbahn ist eine sogenannte Liliputbahn. Eine kleine Eisenbahn zum Personentransport im Großen Garten, der größten Parkanlage Dresdens. Die Bahn wurde ursprünglich als Kindereisenbahn gegründet und in der DDR als Pioniereisenbahn betrieben. Auch heute noch wird die Bahn soweit möglich von Kindern und Jugendlichen betrieben.

Auf einer Strecke von 5,6 Kilometer und mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h durchquert die Bahn seit 1950 die Parkanlage. Dabei passiert sie fünf Bahnhöfe und verschiedene Sehenswürdigkeiten im Großen Garten. Nicht nur für Kinder eine Attraktion.

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