Im Herbst habe ich eine Wanderung entlang der Lahn gemacht. Gestartet bin ich in Limburg und in drei Tagen über den Lahnwanderweg nach Koblenz gewandert.

Natürlich habe ich mir auch Zeit genommen, die Stadt Limburg anzuschauen. Leider war das Wetter ziemlich durchwachsen, weshalb der Ausflug durch die Stadt nicht so ausgedehnt war, wie es wahrscheinlich bei gutem Wetter der Fall gewesen wäre. Aber im Gegensatz zu den anderen Städtetouristen war ich Kleidungsmäßig immerhin auf schlechtes Wetter vorbereitet, sodass ich mir trotzdem die Sehenswürdigkeiten der Stadt anschauen konnte.

Limburg an der Lahn

Limburg liegt in Hessen zu beiden Seiten des Flusses Lahn und hat eine Bevölkerung von etwa 35.000 Menschen. Limburg geht nahtlos in die Stadt Diez über, wo ich auch übernachtet und meine Wanderung begonnen habe. Diez liegt allerdings bereits in Rheinland-Pfalz. Zusammen haben die beiden Städte rund 45.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Bekannt ist die Stadt vor allem für ihren auffälligen und ungewöhnlich bunten Dom. Die Stadt hat jedoch noch weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Überhaupt ist die ganze Altstadt von Limburg extrem malerisch und gefüllt, mit kleinen Pflastersteinwegen neben farbigen und schiefen Fachwerkhäusern.

Limburger Dom und Bischofshaus

Bilder des Limburger Doms haben sicher schon einige von euch gesehen. Der Dom thront am Stadtrand auf einem großen Kalkfelsen direkt am Fluss und ist daher schon von weitem sichtbar.

Mit seinen sieben Türmen unterscheidet er sich schon optisch deutlich von anderen Kirchen in Deutschland. Hinzu kommt die äußerst farbenfrohe Gestaltung des Bauwerks.

Direkt nebenan auf dem Domplatz steht das Bischofshaus Limburg. Dieses kam durch die vom damaligen Bischof Tebartz-van Elst veranlassten, sehr teuren (30 Millionen) renovierungsarbeiten zu zweifelhafter Bekanntheit und wurde häufig als „Protz-Bau“ bezeichnet.

Dazu passte auch das Gespräch zweier Passanten das ich im Vorbeigehen aufschnappte. Der eine meinte zum anderen: „Das ist das Haus mit der teuren freistehenden Badewanne“.

Bischof Tebartz-van Elst ist nicht mehr in Limburg tätig und das Bischofshaus wurde in der Zwischenzeit umgebaut. Anstatt einer teuren Luxuswohnung befindet sich nun Teile des Kirchenmuseums in dem Haus. Auch die teure Badewanne existiert nicht mehr.

Geblieben ist jedoch ein wunderschönes Fachwerkgebäude direkt am Domplatz.

Altstadt und alte Lahnbrücke

Nun habe ich mich auf den Weg durch die Altstadt und zur alten Lahnbrücke gemacht. Neben den vielen malerischen bunten und schiefen Fachwerkhäusern fiel mir ein Brunnen auf.

Spätere Recherche ergab, dass es sich um den sogenannten Säuferbrunnen handelte. Der Brunnen stellt den Raubritter Friedrich von Hattstein dar, wie er ein großes Weinfaß über den Kopf hält und daraus trinkt. Der Ritter war wohl für seinen ausschweifendes und dekadentes Leben bekannt.

Ein stück weiter erreicht man die alte Lahnbrücke. Die alte Bogenbrücke stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist ebenfalls ein beliebtes Fotomotiv. Durch Kriege und Hochwasser wurde die Brücke im Laufe der Zeit oft schwer beschädigt, jedoch immer wieder aufgebaut.

St. Lubentius

Auf dem Lahnwanderweg (allerdings für mich in die falsche Richtung) mache ich mich auf, zum Limburger Stadtteil Dietkirchen. Hier steht die ebenfalls auffällige und weithin sichtbare Kirche St. Lubentius.

Die Kirche liegt eindrucksvoll auf einem Felsen am Fluss und wirkt durch ihr schroffes äußeres beinahe wie eine Burg. Außerdem ist sie extrem alt. Teile des Gebäudes sind bereits im 8. Jahrhundert entstanden. Der überwiegende Teil der heute sichtbaren Gebäude entstand überwiegend im 11. und 12. Jahrhundert.

Für mich ist die Vorstellung, dass an diesem Punkt, an dem ich stehe, vor rund 1000 Jahren Menschen bereits solche Bauwerke erstellt haben immer atemberaubend.

Fazit

Die Zahl der Touristen, die nach Limburg kommen, steigt seit Jahren stetig. Das hat seinen Grund. Mit ca. 35.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist die Stadt bereits so groß, dass sie genug für einen oder zwei Tagesausflüge bietet.

In einer eigenen Touristeninformation informiert die Stadt über Sehenswürdigkeiten und Angebote wie z.B. Stadtführungen.

Wer sich etwas Ruhe gönnen möchte, kann aus der Altstadt gemütlich an der Lahn entlang nach Dietkirchen laufen, wo sich die St. Lubentius Kirche befindet.

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