Freiburg im Breisgau wird von vielen als die schönste Stadt im Schwarzwald bezeichnet und als eine der schönsten Städte Süddeutschlands. Und das nicht ohne Grund. Bekannt ist die Stadt besonders für ihre malerische Altstadt, das Münster und die vielen „Bächle“, kleine Wasserläufe, die überall in der Innenstadt verlaufen.

Für ein verlängertes Wochenende war ich in Freiburg. Hauptsächlich war ich Wandern, am Schauinsland und am Feldberg. Wenn du dich dafür interessierst, findest du meine Eindrücke zu diesen Bergen und Ausflügen in zwei separaten Artikeln. Aber natürlich habe ich mir auch die Stadt angeschaut.

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Freiburg im Breisgau, Großstadt im Schwarzwald

Freiburg liegt im Südwesten Deutschlands, am Rande des Schwarzwalds. Das Elsass und die Schweiz sind jeweils nur etwa 50 km entfernt. Bis zur Gründung des Landes Baden-Württemberg im Jahre 1952 war Freiburg die Hauptstadt des Landes Baden. Heute ist sie eine kreisfreie Großstadt und die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg, mit etwa 230.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Freiburgs Sehenswürdigkeiten

Eigentlich ist die ganze Altstadt von Freiburg eine Sehenswürdigkeit. Auf dem Fußweg durch die Stadt entdeckt man immer wieder malerische kleine Sträßchen oder eindrucksvolle alte Gebäude.

Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten gibt es auch noch andere sehenswerte Orte in Freiburg, für die die Stadt berühmt ist. Wer zu Besuch in Freiburg ist, wird beispielsweise kaum an der „Langen Roten“ vorbeikommen. Dabei handelt es sich um eine etwa 35 cm lange rote Rostbratwurst, die beispielsweise an vielen Ständen auf dem Marktplatz verkauft wird und im Brötchen gegessen wird. Hier stehen die Menschen in der Mittagszeit an den Ständen Schlange, um die traditionelle Grillwurst zu bestellen. Ich wüsste gerne, ob die Menschen an den Ständen hauptsächlich Touristen sind, oder ob auch die Freiburger regelmäßig zur Mittagszeit eine Lange Rote kaufen.

Natürlich haben sich einige der Stände auch auf aktuelle Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen eingestellt, sodass Menschen, die kein Fleisch essen, auf dem Marktplatz satt werden.

Freiburger Münster, Münsterplatz & Markt

Das Freiburger Münster ist das Wahrzeichen der Stadt. Obwohl die Altstadt im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört wurde, hat das Münster diese Zeit wie durch ein Wunder überstanden. Der Bau des Münsters dauerte über 300 Jahre. Besonders auffällig ist der Turm des Münsters. Während das Gebäude und der untere Teil des Turmes, wie von Bauwerken der Gotik gewohnt, sehr wuchtig dastehen, ist der obere Teil des Turmes filigran und lichtdurchlässig gebaut. Der schwere untere Teil soll dabei die Verbindung zur Erde symbolisieren, der filigrane obere Teil den Himmel. Laut offizieller Webseite der Stadt Freiburg handelt es sich um das erste Bauwerk der Gotik, dass in dieser Bauweise gebaut wurde und damit zum Vorbild für viele weitere Kirchen wurde.

Der Platz um die Kirche ist der Münsterplatz, der von weiteren auffälligen und schönen Gebäuden gesäumt wird. Der Münsterplatz ist der größte Platz der Stadt. Das auffälligste der umstehenden Gebäude ist wahrscheinlich das historische Kaufhaus, das mit seiner roten Fassade aus den anderen Gebäuden hervorsticht. Das Gebäude wurde ursprünglich als kommunales Kaufhaus, Warenumschlagsplatz und zur Zollabwicklung errichtet. Heute wird es unter anderem als Veranstaltungsort genutzt.

Auf dem Münsterplatz findet an allen Werktagen, inklusive Samstag, der Münstermarkt statt. Viele Marktstände bieten hier an jedem Vormittag Lebensmittel, Kunsthandwerk und Souvenirs an.

Freiburger Bächle

Die Freiburger Bächle (schwäbisch für „Bächlein“, kleiner Bach) durchziehen die ganze Altstadt und sind, neben dem Münster, eines der Wahrzeichen der Stadt. Die kleinen, künstlichen Wasserläufe säumen eine Vielzahl der Straßen und Wege in der Freiburger Altstadt. Das heutige Bächle-Netz umfasst knapp 16 Kilometer, wovon knapp 10 km oberirdisch verlaufen.

Tatsächlich handelt es sich dabei nicht nur um eine Touristenattraktion. Da das Grundwasser in Freiburg relativ tief liegt, war es im Mittelalter schwer und nur über wenige tiefe Brunnen zugänglich. Die Bächle waren daher ein wichtiger Teil der Wasserversorgung der Stadt. Sie leiteten Quellwasser von außerhalb der Stadt zu den Brunnen.

Schwabentor & Konviktstraße

Das Schwabentor ist ein altes Stadttor aus dem 13. Jahrhundert und war damals Teil der Stadtbefestigung. Im Laufe seiner Geschichte wurde es mehrmals umgebaut und war im Mittelalter wohl kleiner und schlichter als es heute ist. Es steht an der Grenze der innerstädtischen Fußgängerzone. Das bedeutet, dass es auf der einen Seite des Tores recht ruhig zugeht, während auf der anderen Seite der Verkehr unterwegs ist. Das Tor wird allerdings von den Straßenbahnen durchfahren, die überall in der Innenstadt unterwegs sind.

Übrigens fand ich die Straßenbahnen in Freiburg sehr interessant. Hier in Stuttgart sehen die Bahnen nahezu alle gleich aus. Es gibt lediglich zwei Baureihen und alle sind gelb. In Freiburg gibt es jedoch eine Vielzahl unterschiedlicher Bahnen. Dabei reicht die Bandbreite von modernen über ältere bis zu einer historischen Straßenbahn. Gerade die älteren Modelle sind ein schönes Fotomotiv, wenn sie durch das Tor fahren.

In direkter Nähe zum Schwabentor befindet sich die Konviktstraße. Die Konviktstraße ist eine ehemalige Handwerkerstraße aus dem 11. Jahrhundert. Da nahezu die komplette Freiburger Altstadt im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, musste diese komplett neu aufgebaut werden. In der Konviktstraße wurde dabei sowohl der historische Straßenverlauf beibehalten, als auch die alten Fachwerkfassaden restauriert. Dadurch fühlt man sich fast ein bisschen in der Zeit zurückversetzt. Außerdem rankt sich Blauregen an den Häusern entlang und über die Straße, wodurch diese besonders malerisch und fast schon magisch wirkt.

Klein Venedig & Martinstor

Folgt man dem Kanal hinter dem Schwabentor, kommt man zum Klein Venedig. Eine idyllische kleine Gasse mit plätscherndem Bach und blumengeschmückten Fenstern. Kleines Highlight, das bei den Vorbeilaufenden immer wieder für Schmunzeln sorgt, ist ein (steinernes) Krokodil, das im Kanal schwimmt. Folgt man dem Kanal weiter, kommt man zum Martinstor.

Auch das Martinstor war teil der Stadtbefestigung im Mittelalter. Allerdings war es ursprünglich deutlich kleiner als heute. In seiner jetzigen Form existiert das Tor erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts, als der Turm deutlich erhöht und das Tor vergrößert wurde. Der malerische Stil wurde dabei beibehalten.

Schlossberg, Schlossbergbahn und Kanonenplatz

Am Schlossberg befindet sich ein Restaurant, von dessen Terrasse man einen wunderbaren Blick über die Stadt hat. Vom Schwabentor ist der Schlossberg gut zu Fuß zu erreichen. Geht man vom Stadtgarten zu Fuß den Weg hinauf, findet man nur wenig Abseits des Weges einen verlassenen Minigolfplatz. Ein kleiner verlassener Ort inmitten der Stadt, der wohl schon seit längerem von der Natur zurückerobert wird.

Wenn man nicht gerne größere Steigungen zu Fuß zurücklegt, oder mit kleinen Kindern unterwegs ist, kann man den Höhenunterschied auch mit der Schlossbergbahn überwinden. Auch mit dem Rollstuhl oder Kinderwagen kann die Bahn genutzt werden. Die Bahn beginnt im Stadtgarten und fährt von dort zur Bergstation, die etwa auf halber Höhe des Schlossbergs liegt. Das erwähnte Restaurant liegt direkt neben der Station der Schlossbergbahn.

Außerdem kommt man über gut ausgebaute Wege zum Kanonenplatz. Der Platz ist ein beliebter Treffpunkt und bietet eine wunderbare Aussicht über die Stadt.

Flückiger See im Seepark

Um den Tag ruhig ausklingen zu lassen, kann man noch einen kleinen Ausflug zum Flückiger See im Seepark machen. Dies ist Freiburgs größter und zentralster Badesee. Der See ist umgeben von vielen großen und sauberen Liegewiesen. Am Ufer gibt es ein Restaurant und einen Kiosk sowie einige Aussichtspunkte und eine schwimmende Brücke, über die man den See überqueren kann.

Freiburg im Breisgau. Eine Reise wehrt.

Freiburg gehört zu den Städten, bei denen die spannendsten Orte relativ dicht beieinander liegen. Dadurch ist keine große Planung nötig und auf das Auto und öffentliche Verkehrsmittel kann man weitestgehend verzichten. Stattdessen kann man einfach zu Fuß die Altstadt erkunden und entdeckt an jeder Ecke etwas Besonderes.

Obwohl die Altstadt von Freiburg im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, hat die Stadt eine der malerischsten und lebendigsten Altstädte die ich kenne. Beim Wiederaufbau hat man einen anderen Weg eingeschlagen als in vielen anderen Städten und den alten Charme der Stadt erhalten, bzw. wieder zum Vorschein gebracht. Das gilt insbesondere für die Bächle und die alten Fachwerkhäuser.

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