Ich war einige Tage im Saarland und habe unter anderem den größten Menhir Mitteleuropas in Bliesgau besichtigt [Gollenstein – Größter Menhir Mitteleuropas]. Da ich einen weiteren Tag Zeit hatte und Lust zu Wandern, habe ich mich umgeschaut, welche Wanderwege und besonderen Orte es im Umkreis von Blieskastel noch gibt.

Dabei bin ich auf die riesigen Felsformationen bei Kirkel gestoßen, welche mich spontan an die bizarren Steingebilde im Dahner Felsenland erinnert haben [Dahner Felsenland – Burgen & bizarre Steingebilde]. Kein Wunder, Dahn ist nur rund 40 Kilometer Luftlinie entfernt.

Die riesigen Sandsteinformationen haben mich schon in Dahn schwer beeindruckt, sodass ich direkt Lust hatte, eine Wanderung durch die Felsen bei Kirkel zu unternehmen.

Wandern im Biosphärenreservat Bliesgau und Felsenpfad Kirkel

Es gibt einen offiziellen Wanderweg, der auf einer optimal geführten Route an den beeindruckendsten Felsformationen vorbei führt. Der Felsenpfad Kirkel. Allerdings hat dieser nur eine Länge von rund 4 Kilometern, was mit zu kurz war.

Außerdem wollte einen größeren Teil des Biosphärenreservats Bliesgau sehen. Ein rund 36.000 ha großes UNESCO Biosphärenreservat, welches vor allem aus Wäldern, Streuobstwiesen und durch die Blies geformte Auenlandschaften besteht.

Also bin ich eine eigene Runde von 14 Kilometern Länge gelaufen, die unter anderem den Felsenpfad Kirkel enthält und auch vorbei am Frauenbrunnen und anderen Highlights führt und eine große Runde durch das Biosphärengebiet dreht. So entstand eine schöne Wanderung in Bliesgau.

Karte Rundwanderung Bliesgau mit Felsenpfad Kirkel

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Anfahrt mit dem ÖPNV nach Blieskastel und Kirkel

Sowohl Blieskgalstel (Blieskastel-Lautzkirchen) als auch Kirkel haben einen kleinen Bahnhof, sodass sowohl der Ausgangspunkt zum originalen Felsenpfad Kirkel, als auch meine Rundwanderung ab Blieskastel gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind.

Etwa einmal pro Stunde werden beide Orte von einer Regionalbahn angefahren.

Highlights Wandern in der Biosphäre Bliesgau und Felsenpfad Kirkel

Im Gegensatz zu den großen Nadelbaum-Monokulturen, die man in vielen Teilen Deutschlands findet, besteht das Biosphärengebiet Bliesgau zu einem großen Teil aus intakten und weitgehend unberührten Mischwäldern. Ich liebe Mischwälder. Ich mag die immer frisch riechende Luft, die Kühle im Sommer und die Farben im Frühling oder Herbst. Eine Wanderung in der Gegend lohnt sich daher vor allem dann, wenn die Wälder besonders schön sind, also von der Zeit, in der im Frühling die Blätter sprießen, bis in den Herbst, wenn sie wieder fallen.

Da die Wälder weitgehend unberührt sind, entstehen mystisch anmutende, von Moos überzogene Baumstümpfe und Felsen, die man aus intensiv bewirtschafteten Wäldern nicht mehr kennt.

Durch diese Wälder kommt man zum Frauenbrunnen. Einer großen, in den Fels gehauenen Brunnenanlage und ein wunderbarer Rastplatz.

Ein Stück weiter beginnt der geologische Lehrpfad Kirkel. Ein 1883 eingerichteter Lehrpfad, auf dem unterschiedlichste Gesteinsarten ausgestellt sind. Schilder informieren über die Art und Eigenschaften der Gesteine.

Besonders beliebt scheint es in der Gegend zu sein, Vögel aus Baumstümpfen zu schnitzen und an mehreren Stellen am Weg aufzustellen. Als ich den ersten Vogel sah, dachte ich tatsächlich, dass ein großer Greifvogel auf dem Baum sitzt. Beim vorsichtigen Näherkommen stellte sich schnell heraus, dass es sich um ein Kunstwerk handelte. Solche Begegnungen hatte ich tatsächlich mehrmals auf dem Rundweg.

Der Beginn des Kirkeler Felsenpfad ist mit einem Holztor markiert. Von nun an führt der Weg vorbei an riesigen Sandsteinformationen, die zwar weniger bizarr als im Dahner Felsenland sind, allerdings nicht weniger groß oder beeindruckend.

Im letzten Teil führt der Weg durch eine sumpfige urwaldähnliche Landschaft, in der die Bäume tunnelartig über dem Weg wachsen und Bäche auf kleinen Brücken überquert werden.

Fazit

Knapp eine Woche war ich im Saarland unterwegs und war wirklich überrascht, wie viel tolle Natur das kleine Bundesland zu bieten hat. Ein nicht unerheblicher Teil davon liegt im Biosphärenreservat Bliesgau.

Und Blieskastel ist ein wunderbarer Ort, um dieses zu erkunden. Durch den Bahnhof ist der Ort gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Mit dem 5000 Jahre alten Gollenstein, dem größten Menhir in Mitteldeutschland, hat der Ort ein besonderes Wahrzeichen und darüber hinaus noch weitere Sehenswürdigkeiten.

Der nahegelegene Felsenpfad Kirkel mit dem Frauenbrunnen und dem geologischen Lehrpfad führt an riesigen Sandsteinformationen vorbei.

Die Dichte an sehenswerten Orten, die sich zu Fuß erreichen und erkunden lassen, ist in und um Blieskastel erstaunlich hoch. Die zwei Tage, die ich hier verbracht habe, waren unglaublich intensiv und abwechslungsreich.

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