Ich liebe den Norden Deutschlands. Zwar kann man mich mit Strandurlaub jagen, trotzdem bin ich gerne am Meer. Und ich kann stundenlang an Häfen Sitzen und den Schiffen zuschauen. Immer wieder packt es mich und ich muss mich aufmachen in Richtung Norden. Schiffe sehen. Und da ich noch nie in Bremen und Bremerhaven war, war es Zeit das zu ändern.

Die Stadt Bremen

Bremen liegt rechts und links der Weser und ist etwa 60 Kilometer von der Nordsee entfernt. Es ist das kleinste Bundesland Deutschlands, neben der Stadt Bremen gehört auch Bremerhaven zum Bundesland Bremen. Bremen ist damit das einzige 2-Städte-Bundesland Deutschlands.

Mit knapp etwa 570.000 Einwohnern ist Bremen die elftgrößte Stadt Deutschlands und verfügt sogar über einen eigenen Flughafen. Von Hamburg aus ist Bremen in etwa einer Stunde mit dem Zug erreichbar.

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Trotz der Größe habe ich Bremen immer als eine sehr entspannte Stadt empfunden. Vielleicht liegt das an der sprichwörtlichen norddeutschen Ruhe, vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich selbst entspannt war.

Der wunderschöne Stadtkern von Bremen lädt zum Bummeln ein. Ruhe und Erholung findet man auf einer Wiese am Weserufer.

Anreise nach Bremen

Bremen lässt sich sowohl mit dem Flugzeug, als auch mit dem Zug gut erreichen. Die Anreise mit dem Auto, oder dem Bus ist natürlich ebenso möglich. Bei einer Anreise mit dem Auto muss man aber darauf achten, dass das Auto über eine grüne Umweltplakette verfügt.

Die Stadt verfügt über einen eigenen kleinen Flughafen, der von mehreren Drehkreuzen in Deutschland direkt angeflogen wird. Beispielsweise aus München. Mit der Straßenbahn kommt man in etwa 10 Minuten in die Stadt. Für viele, die mit dem Flugzeug anreisen wollen, führt der Weg wahrscheinlich über Hamburg. Der Flughafen Hamburg ist ein relativ großes Drehkreuz und wird von vielen Fluggesellschaften und vielen Flughäfen aus direkt angeflogen.

Vom Flughafen Hamburg kommt man in etwa 1,5 Stunden zum Hauptbahnhof Bremen. Wobei man zuerst vom Flughafen Hamburg zum Hamburger Hauptbahnhof fahren und dort umsteigen muss.

Die direkte Anreise mit dem Zug hat den Vorteil, dass man direkt in der Stadtmitte ankommt. Der Hauptbahnhof Bremen wird von mehreren ICE- und IC-Verbindungen angefahren.

Für meine Reise habe ich die einzige Direktverbindung von Stuttgart nach Bremen mit dem IC 2216 zur gewählt. Die Fahrt dauert mit gut sieben Stunden etwa 1-1,5 Stunden länger als eine ICE-Verbindung mit Umsteigen. Dafür fährt der Intercity eine wunderbar malerische Strecke den Rhein entlang, vorbei an einer Vielzahl von Schlössern und Burgen. Ein Erlebnis, das einem bei einem Flug auf jeden Fall entgeht. Trotz der langen Fahrt kam ich wunderbar entspannt an. So geht Entschleunigung.

Die Bremer Altstadt

Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Bremen sind wahrscheinlich die Bremer Stadtmusikanten und das Rathaus. Beides liegt am Bremer Marktplatz und bildet den Mittelpunkt der Innenstadt. Das filigran gestaltete Rathaus ist auf Bildern schon sehr beeindrucken. Wenn man davor steht, ist es nochmal beeindruckender. Mit seiner aufwändig gestalteten Renaissancefassade ist es für mich, neben dem Rathaus in München, das schönste Rathaus das ich kenne.

Das Bremer Rathaus, zusammen mit dem Marktplatz und dem Bremer Roland (Statue) gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Skulptur der Bremer Stadtmusikanten hat mich dagegen weniger beeindruckt. Es handelt sich dabei wohl um einen dieser Spots, die man als Tourist gesehen haben muss, weil ihn alle anschauen. Vielleicht bin ich aber auch nur ein Banause.

Zu den weiteren beeindruckenden Gebäuden zählt auch der St. Petri Dom, der ebenfalls am Marktplatz steht. Wer Zeit hat und gut zu Fuß ist, der kann auf die Aussichtsplattform auf dem Turm steigen. Allerdings muss man hierfür 265 Stufen hinaufsteigen. Einen Aufzug gibt es nicht.

Ganz besonders ist jedoch das malerische und verwinkelte Schnoorviertel. Es handelt sich um das älteste Stadtviertel von Bremen. Wie an einer Schnur reihen sich kleine Fachwerkhäuser aneinander. Daher der Name „Schnoor“, was soviel wie Schnur bedeutet.

In den verwinkelten Gässchen findet man eine Vielzahl an Läden, Künstlern und Cafés. Und natürlich auch viele Touristen, denn das Schnoorviertel ist eine der Attraktionen von Bremen. Trotzdem sollte man bei einem Bremen-Aufenthalt auf einen Spaziergang durch das Schnoorviertel nicht verzichten.

Wenn man dem Trubel im Schnoorviertel entkommen will, kann man einen kurzen Spaziergang zur nahe gelegenen Schlachte, der Wasserpromenade von Bremen, machen.

Die Schlachte führt an der Weser entlang und ist gesäumt von großzügigen Rasenflächen, die zum Ausruhen einladen. Wer den Aufenthalt am Wasser genießt, der kann hier stundenlang sitzen und den Menschen und Schiffen zuschauen.

Segelschulschiff Deutschland

Die „Schulschiff Deutschland“ ist ein ehemaliges Segelschulschiff der deutschen Handelsmarine. Der Dreimaster liegt heute als Kulturdenkmal in Bremen-Vegesack und kann besichtigt werden.

Das Schiff lief im Jahre 1927 vom Stapel und unternahm von da ab regelmäßig Ausbildungsfahrten in die Nord- und Ostsee und über den Atlantik.

Im Jahr 1995-1996 wurde das Schiff für damals 5,5 Millionen DM so weit wie möglich originalgetreu restauriert. Seither liegt das Schiff an seinem heutigen Liegeplatz in Bremen-Vegesack und wird hauptsächlich von ehrenamtlichen Helfern betreut und instand gehalten. Die „Schulschiff Deutschland“ ist das inzwischen letzte deutsche Vollschiff und als maritimes Kulturdenkmal anerkannt.

Heute ist das Schiff nicht nur ein Museum und eine schwimmende Touristenattraktion. Es wird auch als Hotel, für Tagungen, Ausstellungen und Feiern genutzt.

Da ich mich besonders für die maritime Seite von Bremen interessiert habe, ging der Weg am nächsten Tag nach Bremerhaven. Denn Bremerhaven liegt an der Mündung der Weser und hat neben dem Schifffahrtsmuseum noch eine Reihe weiterer maritimer Attraktionen zu bieten.

Von Bremen nach Bremerhaven

Bremerhaven liegt direkt an der Mündung der Weser in die Nordsee und hat etwa 115.000 Einwohner. Zwar liegt die Stadt noch an der Weser und nicht direkt an der Nordsee, durch den großen, sich zur Nordsee öffnenden Mündungstrichter der Weser entsteht der Eindruck, als befände man sich direkt am Meer.

Bremerhaven ist etwa 50 Kilometer Luftlinie von Bremen entfernt. Mit dem Zug kommt man in ca. 45 Minuten vom Hauptbahnhof Bremen nach Bremerhaven.

Bremerhaven hat eine Vielzahl an Museen und anderen kulturellen Einrichtungen zu bieten. Sehr viel mehr, als man alleine aufgrund der Einwohnerzahl erwarten könnte. Mit den Havenwelten ist am Weserdeich ein Tourismuszentrum mit einer Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und Attraktionen entstanden.

So findet man hier unter anderem die Erlebniswelt Klimahaus 8 Grad Ost, eine Aussichtsplattform, ein Shopping Center und viele Museen. Beispielsweise das deutsche Auswandererhaus und das historische Museum Bremerhaven.

Da ich mich, wie gesagt, für die maritimen Sehenswürdigkeiten interessiert habe, ging mein Weg natürlich zuerst zum Deutschen Schifffahrtsmuseum.

Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven

Das Museum beherbergt in einer großen Halle mehrere Ausstellungen zur deutschen Seefahrtsgeschichte. Angereichert mit vielen Modellen, Gerätschaften und Ausrüstungsgegenständen. Beispielsweise in Modell des einzigen deutschen Schiffes mit Nuklearantrieb. Das Frachtschiff „Otto Hahn“. Neben dem Modell steht der originale Steuerstand, mit dem der Atomreaktor des Schiffes kontrolliert wurde. Ein weiteres Ausstellungsstück ist ein originales Mini-U-Boot für eine Besatzung von zwei Mann aus dem Zweiten Weltkrieg.

Etwas Besonderes ist eine im Schlick gefundene Handelskogge aus dem Jahr 1380. Das Holz wurde im Schlick so konserviert, dass ein Großteil des Schiffes noch erhalten ist.

Das Highlight des Schifffahrtsmuseum sind auf jeden Fall die echten und begehbaren Schiffe im Museumshafen. Hier liegen beispielsweise ein Feuerschiff und ein Walfänger. Ein kleiner Schlepper kann auf dem Land erkundet werden. Die hölzerne Bark „Seute Dern“, die auf den Bildern zu sehen ist, sank im August 2019 aufgrund des schlechten Zustands des Rumpfes und kann nicht mehr besichtigt werden.

Das Highlight des Museumshafens ist jedoch das vollständig begehbare U-Boot „Wilhelm Bauer“, das jedoch von einem eigenen Verein betreut wird. Es handelt sich um die ehemalige U 2540, ein Boot des Typs XXI aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Boote dieses Typs sollten laut Propaganda eine der „Wunderwaffen“ der Nazis werden. Da die Boote lange unter Wasser bleiben konnten gelten diese Boote als die ersten „echten“ U-Boote. Tatsächlich wurde nur wenige dieser Boote in den Jahren 1944 bis 1945 gebaut und kamen kaum zum Einsatz.

Übrigens: nicht weit entfernt liegt die Gedenkstätte U-Boot-Bunker Valentin. Hier sollte die Serienfertigung dieser Boote stattfinden. Der riesige Bunker ist heute Mahnmal und Gedenkstätte und kann ebenfalls besichtigt werden, was ich auch getan habe. Die Gedenkstätte wird mit viel Engagement betrieben und schafft es, die verstörende Faszination die von dem Bauwerk ausgeht, richtig einzuordnen. Den Bericht zu diesem Ausflug findest du unter [Besuch am Denkort Bunker Valentin].

Nach dem Krieg wurde das Boot von der Bundesmarine als Versuchsboot übernommen und in „Wilhelm Bauer“ umbenannt. 1982 wurde das Boot außer Dienst gestellt. Ab 1983 wurde die Wilhelm Bauer als Museumsschiff hergerichtet und dabei der ursprüngliche Zustand weitgehend wiederhergestellt. Da sich die Batterien, die früher als Energieträger für die Unterwasserfahrt benötigt wurden, nicht mehr an Bord sind, liegt das Boot heute sehr viel höher im Wasser als dies früher der Fall war.

Das Boot kann vollständig und ohne Führung erkundet werden. Dabei wird man von einem Eingang, vorne am Boot durch den kompletten Rumpf zum Ausgang am Heck geleitet.

Spaziergang über den Deich

Wenn man ein bisschen Ruhe und etwas Seeluft schnuppern möchte, dann bietet sich ein Spaziergang über den Deich in Richtung Überseehafen an. Hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Weser, die Schiffe und das rege Treiben. Man kommt am neuen Hafen vorbei, einer Schleuse und kann den Schleppern bei der Arbeit zuschauen. An der Mündung liegt der Überseehafen mit den dicken Pötten.

Auch bei schönem Wetter kann es hier sehr windig sein, sodass man trotz Sonnenschein friert. Eine winddichte Jacke sollte man für einen längeren Spaziergang oder Aufenthalt auf dem Deich unbedingt einpacken.

Leider hatte ich nicht genug Zeit um all die Sehenswürdigkeiten von Bremerhaven zu besichtigen. Bremerhaven hat sehr viel mehr zu bieten, als ich gedacht habe. Man kann hier sicher problemlos ein komplettes Wochenende verbringen, ohne auch nur zu überlegen, was man denn noch tun könnte.

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