Wanderwege, die entlang von Flüssen führen, haben es mir ja schon immer besonders angetan. Wasser hat auf mich immer eine entspannende Wirkung und dafür ist überhaupt kein Meer notwendig. Ein plätschernder Bach reicht völlig aus.

Als ich wieder einmal für eine kleine, aber mehrtägige Wanderung recherchiert habe, bin ich recht schnell auf den Lieserpfad gestoßen. Denn dieser wird von den zuständigen Gemeinden und Tourismusverbänden ziemlich aktiv vermarktet.

Mit rund 75 Kilometern Länge war der Weg für meine Wünsche geradezu perfekt.

Karte Lieserpfad

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Anreise mit dem ÖPNV zum Lieserpfad

Der Pfad beginnt an der Quelle der Lieser nahe dem Dorf Boxberg.

Direkt an der Quelle befindet sich ein Wanderparkplatz, sodass die Anreise mit dem Auto kein Problem ist.

Die meisten von uns werden wahrscheinlich, genau wie ich, mit dem ÖPNV anreisen. Denn dann muss man sich nicht darum kümmern, wie das Auto zum Zielort kommt, bzw. man selber zurück zum Auto.

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist etwas mühsam. Zuerst geht es mit dem Zug zum Bahnhof Wittlich. Von dort aus fahren mehrere Buslinien nach Daun (ZOB). Von Daun aus fährt alle zwei Stunden die Buslinie 520 (Richtung Busbahnhof, Kelberg) zur Haltestelle Ortsmitte, Boxberg (Kreis Daun) . Wenn man die Abfahrtszeiten im Vorfeld berücksichtigt, kommt man jedoch zügig und ohne große Wartezeiten an Ziel.

Auch die Rückfahrt mit dem Zug führt wieder über den Bahnhof Wittlich. Der Lieserpfad endet im gleichnamigen Ort Lieser. Von dort fährt beispielsweise die Buslinie 301 (Richtung ZOB, Wittlich) zum Bahnhof Wittlich. Allerdings fahren die Busse nur etwa alle drei Stunden.

Es bietet sich jedoch an, einen zusätzlichen Tag im wunderschönen und beschaulichen Bernkastel-Kues einzulegen, was nur rund 4 KM von Lieser entfernt ist. Von der Bushaltestelle „Forumsplatz Bernkastel-Kues“ kommt man regelmäßig in etwa 20 Minuten ohne Umsteigen zum Bahnhof Wittlich.

Der Lieserpfad – Der Weg & die Lage

Der Lieserpfad begleitet den Fluss Lieser von seiner Quelle bis zur Mündung in die Mosel. Er liegt in Rheinland-Pfalz und führt an einer Reihe Sehenswürdigkeiten der Vulkaneifel vorbei.

Auf rund 75 Kilometern kann man zusehen, wie sich die Lieser von einem kleinen Rinnsal zu einem ausgewachsenen Fluss entwickelt.

Der Weg verläuft überwiegend über leicht begehbare Feld-, Wald- und Wiesenwege. Teilweise gibt es auch schmale Waldwege, auf denen Trittsicherheit gefordert ist, da das Gelände auf einer Seite steil abfällt. Solche Stellen sind meistens mit Halteseilen versehen und bei trockenem Wetter unproblematisch. Bei Nässe sollte man jedoch vorsichtig sein.

Offene Landschaft mit Panoramablick wechselt sich laufend mit kühlen Waldwegen ab. Auffallend ist, dass die Wälder, durch die der Lieserpfad führt, alle völlig intakt sind. Kein Wunder. Handelt es sich doch ausschließlich um wunderbare Mischwälder und nicht um Fichtenmonokulturen.

Gerade in den frühen Morgenstunden kurz nach Sonnenaufgang sind Tierbegegnungen keine Seltenheit. Tiere scheinen sich in den dichten Mischwäldern der Eiffel genauso wohl zu fühlen wie ich. Füchsen und Hasen bin ich im Wald begegnet. Rehen sowieso. Das Highlight war eine Reh-Mama mit zwei Kitzen.

Bei der Wegführung hat man sich offensichtlich viele Gedanken gemacht. Denn diese ist nicht nur unglaublich abwechslungsreich, sie führt einen teilweise auch weit in die Wälder der Eiffel hinein, wo es weder Handyempfang noch Verkehrslärm gibt.

Im Idealfall nutzt man genau diese Plätze für Pausen. Denn jede Etappe führt früher oder später wieder zurück in die Zivilisation, von der man letztendlich nie allzu weit entfernt ist. Auch wenn es sich mitunter ganz anders anfühlt.

Auffallend ist auch die perfekte Ausschilderung. Ein Verlaufen ist nahezu ausgeschlossen, sodass das Handy oder die Karte gerne in der Tasche bleiben kann.

Da Flüsse nun mal bergab fließen, führt auch der Lieserpfad überwiegend bergab. Zumindest, wenn man ihn von der Quelle zur Mündung läuft. Natürlich gibt es immer wieder Anstiege. Man möchte ab und zu ja auch eine schöne Aussicht genießen. Über die gesamte Länge gesehen, geht es jedoch überwiegend bergab, was zusätzlich dafür sorgt, dass der Weg recht entspannt zu gehen ist.

Etappen und Übernachtung

Offiziell ist der Lieserpfad in vier Etappen unterteilt. Ich bin ihn in drei Etappen gelaufen, kann das aber nicht empfehlen. Obwohl ich immer früh auf den Beinen war, hatte ich letztendlich zu wenig Zeit, den Weg wirklich in Ruhe zu genießen. Die offizielle Unterteilung scheint mir im Nachhinein sinnvoller zu sein, weshalb ich diese auch aufführe.

  1. Etappe: Boxberg > Daun
  2. Etappe: Daun > Manderscheid
  3. Etappe: Manderscheid > Wittlich
  4. Etappe: Wittlich > Lieser

In den Städten Wittlich und Daun findet man eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Preisklassen. Sogar im kleinen Manderscheid gibt es einige Pensionen, sodass man grundsätzlich immer die Möglichkeit hat, direkt am Weg eine Unterkunft zu finden.

Außerdem gibt es an allen Etappenzielen Busverbindungen in die umliegenden Städte.

Der Zielort Lieser ist ebenfalls ziemlich klein. Es gibt zwar auch hier Übernachtungsmöglichkeiten, ich empfehle jedoch, nach Ende der Wanderung einen Abstecher in das ca. 4 Km entfernte Bernkastel-Kues zu machen. Die kleine Stadt ist definitiv einen Tagesausflug wert und verfügt über eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preisklassen.

Highlights

Grundsätzlich ist der ganze Lieserpfad ein Highlight. Die wunderbare Natur, intakte Mischwälder, Einblicke in die von Vulkanismus geformte Landschaft, ein Wanderweg am Fluss entlang sind Grund genug, den Lieserpfad zu wandern.

Doch abgesehen davon, hat man sich bei der Wegführung Mühe gegeben, den Weg zu dem einen oder anderen touristischen Highlight zu führen.

Dreese: Ein Drees ist eine sprudelnde Mineralwasserquelle, von denen es in der Vulkaneifel eine Vielzahl gibt. Und der Lieserpfad führt an einer ganzen Reihe dieser Quellen vorbei. Das Wasser ist von Natur aus Kohlensäurehaltig und kann getrunken werden.

Allerdings sind die Wässer stark eisenhaltig. Ich dachte am Anfang, dass ich an diesen Quellen meinen Trinkwasservorrat auffüllen kann. Das ist natürlich auch möglich, jedoch hatte ich den starken Eisengeschmack des Wassers sehr schnell satt und habe mir wieder anderes Wasser besorgt.

Das kühle und natürlich sprudelnde Wasser zu probieren ist trotzdem ein besonderes Erlebnis, das man auf keinen Fall verpassen sollte.

Burgen

Bei Manderscheid gibt es zwei mittelalterliche Burgruinen. Wer möchte, kann mit einem kleinen Umweg die Ruinen besichtigen. Doch auch ohne den Pfad zu verlassen, hat man einen perfekten Blick auf die Burgen von Manderscheid.

Maare

Die Maare sind sicherlich das Markenzeichen der Vulkaneifel. Es handelt sich dabei um wassergefüllte Trichter, die durch Vulkaneruptionen entstanden sind.

Etwas südlich von Daun befinden sich drei dieser Maare. Der Lieserpfad führt direkt am Gemündener Maar vorbei. Wer Zeit für einen kleinen Umweg hat, kann das Maar umrunden.

Lieserpfad Blick auf das Gemündener Maar

Römische Villa Wittlich

Kurz nach Wittlich führt der Weg an den Überresten einer zwischen 150 und 200 n.Chr. erbauten römischen Villa vorbei. Eine Schautafel zeigt, wie die imposante Villa wahrscheinlich ursprünglich ausgesehen hat.

Fazit

Der Lieserpfad ist ein echtes Schmuckstück. Er ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten sind bequem und ohne große Umwege zu erreichen.

Der Weg führt einen regelmäßig tief in die Wälder der Vulkaneifel. Dadurch bekommt man das Gefühl, weitab jeder Zivilisation zu sein, obwohl das natürlich ganz und gar nicht der Fall ist.

Die Ausschilderung ist perfekt und überhaupt ist der Weg in sehr gutem Zustand. Die Wegführung ist durchdacht und führt an einer ganzen Reihe touristischer Sehenswürdigkeiten der Eifel vorbei, obwohl die Landschaft durch die der Pfad führt eigentlich Sehenswürdigkeit genug ist.

Mit vier Etappen, einem Ausflug nach Bernkastel-Kues und eventuell nach Trier, hat er das Potenzial eine wunderbare Urlaubswoche zu füllen.

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