Obwohl ich eigentlich eher der Meer-Typ bin (Meer, nicht Strand), ist es mir auch manchmal danach, Berge zu sehen. Und im Gegensatz zu Küstenlandschaften haben Berglandschaften gerade im Winter einen besonderen Reiz.

Also habe ich nach einem Ort gesucht, der mit dem Zug gut erreichbar ist und in den Bergen liegt. Und natürlich wollte ich auch wandern gehen. Dabei bin ich auf Mittenwald gestoßen. Der Ort versprach genau das zu sein, was ich suchte.

Lage und Anreise nach Mittenwald

Mittenwald liegt ganz im Südosten von Bayern, ganz in der Nähe der Grenze zu Österreich, die man beim Wandern auch hin und wieder überquert. Es liegt ganz in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen, zwischen dem Karwendel- und dem Wettersteingebirge.

Der Name geht auf das ausgedehnte Waldgebiet zurück, welches sich um den Ort erstreckt.

Aus der Münchener Innenstadt sind es rund 100 km und 1,5-2 Stunden mit dem Auto nach Mittenwald. Es gibt auch eine Direktverbindung vom Hauptbahnhof München mit der Regionalbahn. Die Fahrt mit dem Zug dauert ebenfalls rund zwei Stunden. Auf diesem Weg habe ich Mittenwald erreicht.

Mittenwald – Ort und Ausflugsziele

Der malerische Ort liegt auf 912 m Höhe und ist Deutschlands höchstgelegener Luftkurort. Er hat rund 7300 Einwohner, die Haupteinnahmequelle ist der Tourismus. Neben den vielen Wander- und Ausflugsmöglichkeiten ist auch der Ort selbst sehenswert. Mittenwald verfügt über einige Baudenkmäler und insbesondere die Lüftlmalereien sind sehenswert. Dabei handelt es sich um eine in Oberbayern und Tirol heimische Art der Fassadenmalerei, die an vielen Gebäuden zu sehen ist.

Im Winter kann man Ski fahren und Langlaufen. Im Sommer kann man Klettern, Wandern oder Radfahren. Wobei das mit Einschränkungen natürlich auch im Winter geht.

Direkt vor Ort ist die Karwendelbahn, Deutschlands zweithöchste Seilbahn. Sie führt auf den Karwendel auf 2244 Meter Höhe, wo sich unter anderen  Deutschlands höchstgelegenes Naturinformationszentrum befindet.

Zu Fuß sollte man dem Ferchensee und dem Lautersee einen Besuch abstatten. Der Ferchensee ist ein Alpensee wie aus dem Bilderbuch. Es gibt auch eine kleine Badestelle. Der Lautersee ist ein beliebter Badesee und aus Mittenwald relativ schnell und bequem zu Fuß zu erreichen.

Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist die Leutasch-Klamm, die im Winter leider geschlossen ist.

Es gibt eine Vielzahl an gut ausgeschilderten Wanderwegen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen um Mittenwald. Die Schwierigkeit ist auf den Wegweisern durch Farben erkennbar. Der Tourismusverband hat auf der Webseite alpenwelt-karwendel.de eine ganze Reihe an Wandertouren aufgelistet, die sich nach Schwierigkeit und Länge filtern lassen.

Winterwandern in Mittenwald

Ich war im Winter in Mittenwald. Die Skisaison war zwar bereits vorbei, es lag jedoch immer noch viel Schnee, was die Wandermöglichkeiten gegenüber dem Sommer natürlich einschränkt. Gerade in den Wäldern liegt der Schnee oft hüfthoch auf den Pfaden, sodass im Winter deutlich mehr Planung nötig ist.

Doch einige der populären Wanderwege sind wintertauglich hergerichtet. Der Schnee verdichtet und teilweise mit Sägemehl gestreut, sodass die Wege auch im Winter begehbar sind. Spikes oder Grödel sind trotzdem unverzichtbar, wenn man auf den vereisten Wegen vorwärtskommen möchte. Ansonsten wird bereits die kleinste Steigung ein unüberwindbares Hindernis. Eine Übersicht der Winterwanderwege gibt es ebenfalls auf alpenwelt-karwendel.de.

Ausflüge zum Ferchensee und Lautersee lohnen sich auch im Winter. Die verschneite Seenlandschaft hat ihren ganz besonderen Reiz.

Ansonsten sind kleine Wanderungen zu den Almen und den einzigartigen Buckelwiesen auch im Winter möglich.  Die Buckelwiesen sind grasbewachsenen Bodenwellen, die am Ende der Würmeiszeit entstanden. Sie wurden aber zum Großteil von Menschen eingeebnet, um Fläche landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Heute stehen viele verbliebene Buckelwiesen unter Naturschutz und bilden einzigartige Landschaft, die man nur an wenigen Orten findet.

Auch dem Lainbach-Wasserfall sollte man unbedingt einen Besuch abstatten. Der Weg dorthin ist auch im Winter gut begehbar und der Wasserfall ist nur wenige hundert Meter vom Ortsrand entfernt.

Ebenfalls einen Ausflug wert, ist der Hohe Kranzberg. Der Berg ist 1391 Meter hoch und praktisch rundherum von großen Bergmassiven umgeben. Von hier aus hat man einen spektakulären Blick auf die umliegenden Gebirge.

Mittenwald Panorama von Hoher Kranzberg

Fazit zu Mittenwald im Winter

Mittenwald ist ein wunderschöner Ort, inmitten einer ursprünglichen bayrischen Landschaft mit Almen und großen Bergen, wie aus dem Bilderbuch. Außerdem ist Mittenwald gut mit dem Zug zu erreichen.

Auch im Winter gibt es eine Vielzahl von Wandermöglichkeiten, da sich die Region auch auf Winterwanderer eingestellt hat. Aufgrund der hohen Lage und dementsprechend viel Schneefall im Winter, sind die Möglichkeiten gegenüber dem Sommer natürlich trotzdem eingeschränkt.

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