Die Rakotzbrücke ist einer der Fotospots in Deutschland. Wenn sich die halbkreisförmige Brücke im Wasser spiegelt lassen, sich wunderbar mystische Aufnahmen machen.

Auch mich hat sie immer fasziniert und als ich vor einiger Zeit in der Lausitz unterwegs war, stand ein Besuch dorthin ganz oben auf dem Programm.

Ohne mich großartig über die Brücke und die Umgebung zu informieren, habe ich mich auf den Weg gemacht. Und war enttäuscht. Das lag nicht etwa daran, dass es dort nicht toll ist, sondern an meinen falschen Erwartungen. Ich war immer der Ansicht, es handelt sich um die Überreste einer alten Brücke, die auf wundersame Weise heute noch steht. Das ist nicht der Fall.

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Damit es dir nicht auch so geht, erfährst du hier, was die Rakotzbrücke ist, wie es dort aussieht, wie man dorthin kommt und warum sich ein Besuch durchaus lohnt.

Was ist die Rakotzbrücke?

Die Rakotzbrücke, die auch Teufelsbrücke genannt wird, ist ein malerischen, brückenartiges Bauwerk über einen See im Azaleen- und Rhododendronpark Kromlau.

Warum wurde die Rakotzbrücke gebaut? Sie wurde als Designelement in der Parkanlage gebaut und war nie eine richtige Brücke, die zum Überqueren eines Gewässers diente. Sie diente von Anfang an dazu, den Park zu etwas Besonderem zu machen. Und diesen Zweck erfüllt sie bis heute sehr gut.

Die Brücke wurde in rund 10 Jahren Bauzeit ab 1863 als gartengestalterisches Objekt von Herrmann Friedrich Roetschke im Park seines Ritterguts erbaut. Somit ist die Rakotzbrücke erst rund 150 Jahre alt.

Die halbkreisförmige und extrem filigran gebaute Brücke sieht aus, als könnte sie jeden Moment zusammenfallen. Tatsächlich war sie einige Zeit stark einsturzgefährdet und wurde zwischen 2018-2021 grundlegend saniert.

Neben der besonderen Bauform ist sorgt ein weiterer Aspekt dafür, dass der Ort zu den beliebtesten Fotospots Deutschlands gehört. Bei richtigem Sonnenstand spiegelt sich die halbkreisförmige Brücke im Wasser zu einem vollständigen Kreis.

Kann man über die Rakotzbrücke gehen?

Nein, über die Rakotzbrücke kann man leider nicht gehen. Der Zugang zur ist durch Zäune abgesperrt, das Betreten ist verboten.

Wo liegt die Rakotzbrücke?

Die Rakotzbrücke liegt im Rhododendrenpark von Kromlau im Nordosten Sachsens, kurz vor der polnischen Grenze. Kromlau ist ein Ortsteil der Gemeinde Gablenz im Landkreis Görlitz. Von Berlin die der Ort etwa 130 Kilometer Luftlinie entfernt, von Dresden sind es rund 80 km Luftlinie.

Die Brücke liegt wunderschön inmitten des Azaleen- und Rhododendronparks Kromlau, der größten Rhododendren-Freilandanlage in Deutschland.

Die Parkanlage ist immer geöffnet und kostet keinen Eintritt. Somit ist auch der Zugang zur Rakotzbrücke jederzeit und kostenlos möglich.

Wie kommt man mit dem ÖPNV zur Rakotzbrücke?

Wie fast immer war ich mit Bus und Bahn unterwegs und war daher auch für den Besucher der Brücke auf den ÖPNV angewiesen. Auch wenn Kromlau keinen eigenen Bahnhof hat, gibt es sogar die Möglichkeit, die Brücke mit dem Zug zu erreichen. Allerdings auf eine besondere Art. Doch das ist nicht die einzige Möglichkeit.

Der nächstgelegene Bahnhof zur Rakotzbrücke, der von regulären Regionalbahnen nach Fahrplan angefahren wird, ist der Bahnhof Weißwasser(Oberlausitz). Daher führen alle sinnvollen Wege mit dem ÖPNV zur Rakotzbrücke über den Bahnhof Weißwasser.

Option 1: Von Weißwasser zu Fuß zur Rakotzbrücke.

Direkt vom Bahnhof kann man wunderbar zu Fuß zur laufen, die Entfernung beträgt etwa 5 Kilometer. Somit läuft man vom Bahnhof Weißwasser bis zur Rakotzbrücke etwa eine Stunde.

Der Weg führt dabei nicht nur durch den Rhododendronpark, sondern auch durch schöne Wälder mit großen Seen.

Option 2: Von Weißwasser mit der Waldeisenbahn zur Rakotzbrücke

Die Waldeisenbahn Muskau ist eine Schmalspurbahn, die im öffentlichen Fahrbetrieb unter anderem von Weißwasser nach Kromlau fährt. Allerdings nur dreimal am Tag und nur in den Sommermonaten.

Wenn du also mit der Waldeisenbahn fahren möchtest, solltest du dich im Vorfeld auf der Webseite der Bahn über die Fahrzeiten informieren. Von der Haltestelle bis zur Brücke sind es noch knapp 1,5 Kilometer Fußweg.

Option 3: Mit dem Bus von Weißwasser zur Rakotzbrücke

Zusätzlich zu den genannten Möglichkeiten gibt es noch eine reguläre Busverbindung vom Bahnhof Weißwasser nach Kromlau, Gablenz. Allerdings fährt der Bus, insbesondere Vormittags, recht unregelmäßig, sodass man sich im Vorfeld über die Fahrzeiten informieren sollte.

Sitzt man einmal im Bus, dauert die Fahrt von Weißwasser nach Kromlau lediglich 13 Minuten. Von der Haltestelle Kromlau zur Rakotzbrücke ist es noch ca. 1 Kilometer Fußweg.

Fazit: Lohnt sich ein Besuch der Rakotzbrücke?

Aus gutem Grund ist die Rakotzbrücke einer der beliebtesten Fotospots in Deutschland. Außerdem liegt sie wunderbar malerisch am Rakotzsee inmitten des Rhododendrenparks.

Allerdings ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln etwas mühsam, bzw. zeitaufwändig. Die Anreise nur für den Ausflug zur Brücke auf sich zu nehmen, lohnt sich nur bedingt.

Allerdings kann man den Besuch der Brücke beispielsweise mit einem Ausflug zum „Turm am Schweren Berg“ verbinden. Dem Besucherzentrum und Aussichtsturm am Tagebau Nochten. Einmal die gigantische Baustelle eines Braunkohletagebaus in echt zu sehen, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Hier kann man sowohl die aktiven Abbauarbeiten beobachten, als auch die Renaturierungsmaßnahmen im bereits abgebauten Bereich.

Ein Ausflug in die Oberlausitz lohnt sich daher auf jeden Fall. Und als Teil dieses Ausflugs lohnt es sich auch, die Rakotzbrücke zu besuchen.

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