Rund 7000 Jahre ist es her, dass dort, wo heute das Dorf Goseck liegt, eine rund 50 Meter durchmessende Kreisgrabenanlage gebaut haben. Sie wurde erst 1991 entdeckt und zwischen 2002 und 2004 ausgegraben, rekonstruiert und anschließend wieder aufgebaut.

Die Kreisgrabenanlage von Goseck wird häufig auch als Sonnenobservatorium Goseck bezeichnet und gilt als ältester archäologischer Beleg für die systematische Himmelsbeobachtung durch den Menschen.

Das Sonnenobservatorium besteht aus einem kreisförmigen Graben. Innerhalb des Grabens stehen zwei Kreise aus Holzpalisaden, die an mehreren Stellen von torartigen Öffnungen unterbrochen sind. Diese Öffnungen sind auf wichtige astronomische Termine ausgerichtet. Beispielsweise der Sommer- und Wintersonnenwende. Blickt man an den entsprechenden Terminen aus der Mitte des Kreises durch die Öffnungen, geht die Sonne exakt in diesen Öffnungen auf, bzw. unter. So konnten beispielsweise die idealen Zeitpunkte für Saat und Ernte bestimmt werden.

Funde deuten jedoch auch darauf hin, dass die Kreisgrabenanlage nicht nur zur Sonnenbeobachtung, sondern auch für rituelle Zwecke genutzt wurde.

Wenn man das Sonnenobservatorum Goseck besucht, sollte man auch auf die besondere Akustik im Inneren des Ringes achten. Obwohl die Anlage auf freier Fläche steht und die Palisadenwand alles andere als dicht ist, entsteht im Inneren des Kreises bei lauten Geräuschen ein deutliches Echo.

Ich finde solche Orte immer extrem faszinierend. Man steht innerhalb dieses Kreises und weiß, dass vor rund 7000 Jahren auch schon Menschen hier standen und Dinge getan haben, die in deren Leben große Bedeutung hatten.

Und es gibt noch einen weiteren faszinierenden Aspekt am Sonnenobservatorium Goseck für mich. Es funktioniert heute noch genauso gut wie vor 7000 Jahren. Auch heute noch kann man mit der Anlage noch die Jahreszeiten exakt bestimmen.

Wenn man das Sonnenobservatorium besucht, sollte man auch dem Schloss Goseck einen Besuch abstatten. Zum einen ist das Schloss selbst sehenswert und von der Terrasse hat man einen tollen Blick auf die Umgebung. Zum anderen ist hier das Informationszentrum zum Sonnenobservatorium untergebracht, in welchem man mehr über die Anlage und ihre Geschichte und Funktion erfährt.

Anfahrt mit dem ÖPNV zum Sonnenobservatorium Goseck

Der nächstgelegene Bahnhof liegt in Leißling. Die Fahrzeit von Leipzig Hauptbahnhof beträgt rund 40 Minuten. Von dort aus kann man den ca. 4 Kilometer (ca. 1 Stunde) langen Weg zum Sonnenobservatorium wunderschön zu Fuß entlang der Saale in Richtung Sonnenobservatorium zurücklegen. Der Weg führt dabei auch am Schloss Goseck vorbei, wo man sich zuerst im Besucherzentrum informieren kann. Bei entsprechender Zeitplanung kann man direkt die Mittagspause in der Schlossschenke verbringen.

Eine sinnvolle Verbindung vom Bahnhof zum Sonnenobservatorium, bzw. nach Goseck gibt es nur teilweise. Am Wochenende fährt lediglich ein Rufbus, wo man sich jedoch eine Stunde vor Abfahrtszeit telefonisch anmelden muss. Nimmt man das in Kauf, kann man mit dem Rufbus zur Haltestelle Kochs Garten in Goseck fahren. Von dort sind es noch ca. 10 Minuten Fußweg zum Sonnenobservatorium.

Unter der Woche kann man den Bahnhof Weißenfels mit dem Zug anfahren. Von dort fährt alle zwei Stunden die Buslinie 792 (Richtung Goseck) zur Haltestelle Kochs Garten in Goseck.

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