Nach einem etwas nervigen Arbeitstag hatte ich etwas früher Feierabend gemacht und wollte noch raus. Mich ein bisschen bewegen und Natur sehen. Nun erkläre ich ja immer, dass es eine tolle Idee ist, einfach von zu Hause aus loszuwandern [Vor die Haustür gehen und loswandern – 5 tolle Gründe]. Also habe ich mich nach einem Ziel in der Nähe umgeschaut und kam auf die Stadt Esslingen.

Nun kenne ich natürlich Esslingen. Immerhin liegt es nur ca. 15 Kilometer von meinem Wohnort entfernt. Aber den Fußweg dorthin kenne ich nicht, also das perfekte Ziel für eine kleine Wanderung nach einem frühen Feierabend. Also habe ich schnell eine Route geplant, Kamera und etwas zu trinken in den Rucksack gepackt und bin losgelaufen.

Ein paar meiner Eindrücke möchte ich in diesem Beitrag teilen. Dabei soll es nicht primär darum gehen, wie es ist, von Stuttgart nach Esslingen zu wandern. Stattdessen möchte ich mit diesem Artikel zeigen, dass es sich lohnt, auch durch vermeintlich bekannte Gegenden zu wandern.

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Umgebung aus einer neuen Perspektive entdecken

Natürlich kenne ich meine Umgebung. Wirklich genau kenne ich sie, wenn ich so darüber nachdenke, jedoch nur in einem kleinen Umkreis. Das bestätigt sich auch wieder auf dieser kleinen Wanderung.

Gleich zu Beginn führt mich mein Weg über eine Anhöhe mit Blick auf die Fildern mit der Messe Stuttgart. Dort war ich schon häufig und wirklich schön ist es dort nicht. Mit etwas Abstand und viel Grün dazwischen ist die Aussicht auf das Messegelände durchaus ansprechend. Ich bleibe an solchen Orten gerne kurz stehen und schaue mir die Umgebung an. Überlege, welche Ortschaften und Landmarken ich erkenne. So bekommt man oft einen anderen Eindruck seiner Umgebung, als wenn man in der Froschperspektive durch die Straßen streift.

Über Wald und Wiesen

Unbefestigte Waldwege sind meine liebsten Wanderwege. Ich mag die Stimmung im Wald. Meistens ist es relativ ruhig, das Licht ist irgendwie schön und die Luft ist gut. Außerdem läuft es sich auf den weichen Wegen angenehmer. Daher freue ich mich, dass mich mein Weg nach einiger Zeit über offene Wiesen in einen Wald führt.

Einmal dachte ich, ich wäre in einer Sackgasse gelandet. Doch dann merkte ich, nicht der Weg war zu Ende, nur die Straße war es. Was aussieht wie eine ganz normale Wiese ist tatsächlich ein landwirtschaftlicher Weg, den irgendjemand bewirtschaftet und mäht. Nun gibt es in einer so urbanen Gegend kaum Möglichkeiten der Zivilisation komplett zu entfliehen. Trotzdem fühle ich mich für eine Weile in eine andere, weniger dicht besiedelte Gegend versetzt. Bis plötzlich eine Bahn mitten durch die grüne Landschaft fährt.

Als der Weg durch den Wald führt, wird es noch ruhiger. Die kleinen, unbefestigten Waldwege werden unter der Woche wohl kaum genutzt. Und auch hier gibt es wieder schöne Ecken und Stellen zu entdecken. Beispielsweise kleine Bäche und Brücken, denen man irgendwo im Wald begegnet.

Als ich den Wald verlasse, komme ich an einem der nettesten Grundstücke vorbei, die ich in der Gegend gesehen habe. Irgendjemand hat das Glück, hier, direkt am Waldrand auf einer Lichtung drei kleine Wohnhäuser zu besitzen. Die Häuschen sind bewohnt und in perfektem Zustand. Die Menschen, die hier leben scheinen den Ort wohl auch sehr zu mögen.

Tier und Pflanzen

Tieren zuzuschauen empfinde ich als sehr entspannend. Und so freue ich mich, dass ich eine Menge davon sehe. Viel mehr als ich erwartet hätte.

Am wenigsten erwartet hätte ich die Reiher, die auf einer frisch gemähten Wiese standen.

Etwas weiter traf ich auf eine große Schaf- und Ziegenherde, die dort zur Landschaftspflege eingesetzt wird und das Gras kurz hält. Einige der Tiere hatten wohl gerade erst Nachwuchs bekommen, denn es waren einige sehr kleine Jungtiere unterwegs. Noch ein Stück weiter traf ich auf die nächsten kleine Schafherde.

Gegen Ende der Wanderung führte mein Weg mitten durch eine Gärtnerei. Das Besondere an dieser Gärtnerei war, dass große Mengen an Küchenkräutern angebaut wurden. Minze, Schnittlauch, Dill…

Diese Kräuter haben einen Duft in der Gegend verbreitet, der irgendwie total nach Urlaub riecht. Angenehm und frisch und überhaupt nicht so, wie es üblicherweise bei uns riecht. Das war ein wirklich überraschender und angenehmer Eindruck.

Esslingen

Die letzten Kilometer geht es doch noch durch urbanes Gebiet. Durch Wohngebiete und über große Straßen, bis ich irgendwann am Ziel ankomme. Die Esslinger Altstadt.

Die Altstadt von Esslingen ist eine der malerischsten und schönsten in der Gegend. Und damit die ideale Umgebung für den bekannten mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Doch Weihnachten ist noch lange hin und außerdem war das Wetter nicht besonders gut. Daher war es relativ ruhig in der Innenstadt.

Einen kleinen Umweg ist die Esslinger Burg wert. Abgesehen davon, dass einfach das Gelände schön ist, hat man außerdem einen tollen überblick über die Stadt. Ein besonderes Highlight ist die Burgstaffel. Über 314 Treppenstufen erreicht man die Burg direkt aus der Altstadt. Wer es weniger anstrengend mag, der wählt den Weg durch die Weinberge.

Nach einer kleinen Runde durch die Altstadt und die Burg kaufte ich mir noch eine kleine Stärkung. Anschließend ging es zurück. Eigentlich hatte ich geplant für den Rückweg den Zug zu nehmen. Aber da der Hinweg so gut geklappt und mir so gut gefallen hat, habe ich auch den Rückweg wieder zu Fuß zurückgelegt.

Der Ausflug war eine richtig schöne, kleine Auszeit und für mich wieder der Beweis, das es eine tolle Idee ist, einfach vor der Haustür loszuwandern.

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